Wie du voll und ganz im Hier und Jetzt ankommst – mit Atemübung 

Blogbeitrag vom 10.02.2021


Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich bin eine Meisterin darin, mit im Nachhinein Argumente für bereits vergangene Konflikte und Diskussionen zu suchen und mir dann auszumalen, wie die Situation dann verlaufen wäre. Wahninnig sinnvoll oder? Meine Zeit und Energie dafür zu nutzen, über Gespräche der Vergangenheit nachzudenken. Tatsächlich ist ein wesentlicher Grund für Stress und Unwohlsein ist die Gewohnheit, sich immer wieder in Gedanken zu verlieren, die sich um alle möglichen Dinge in der Vergangenheit oder in der Zukunft drehen, anstatt sich in der Gegenwart aufzuhalten. Achtsamkeitstraining möchte gerne das erreichen: das Erleben dieses einen gegenwärtigen Moments mit allen Sinnen. Sicher – leichter gesagt, als getan. Es ist eine hohe Kunst, all seine Aufmerksamkeit auf das Jetzt zu fokussieren, ohne sich vom Außen oder auch von Gedankenschleifen ablenken zu lassen. Doch wie es bei so vielen Dingen ist: Übung macht den Meister. Je öfter wir uns darin üben, mit aller Achtsamkeit im Jetzt zu sein, desto schneller und häufiger gelingt es uns, die Dramen der Vergangenheit und die Aufgaben der Zukunft einfach mal auszublenden, um so aus den Stressgedanken auszusteigen und Ruhe und Entspannung zu finden. Ein wunderbares Instrument, was uns genau dafür immer und überall zur Verfügung steht, ist unsere Atmung. Atmung passiert immer im Hier und Jetzt. Wir können weder im Voraus atmen, noch können wir Atemzüge nachholen. Atmung passiert immer Jetzt. Sobald wir uns daher voll und ganz auf das stetige Hin und Her der Ein- und Ausatmung konzentrieren, kommen wir in der Gegenwart an. Falls du dich also auch ab und zu dabei erwischt, dass du mal wieder im Gedanken-Karussell unterwegs bist, gebe ich dir gerne die folgende Übung mit auf den Weg, die dir innerhalb von Minuten mehr Ruhe und Entspannung fühlen lässt.

Atemübung:

Finde einen für dich bequemen und aufrechten Sitz, lasse deine Schultern entspannt zur Seite sinken und wachse mit deiner Kopfkrone gefühlt noch einen Zentimeter mehr zur Decke. Schließe nun deine Augen. Atme einmal tief durch die Nase ein und durch den Mund wieder aus. Noch einmal tief durch die Nase ein und durch den Mund wieder aus. Lasse deine Atmung dann ganz tief und natürlich weiterfließen. Lenke nun deine Aufmerksamkeit ganz bewusst auf den natürlichen Fluss deiner Ein- und Ausatmung. Beobachte, wie die Luft mit jeder Einatmung durch die Nase in deinen Körper strömt und ihn erfrischt, um dann mit der Ausatmung ihren Weg wieder herauszufinden. Nimm wahr, wie sich deine Bauchdecke mit jedem Atemzug hebt und senkt. Lasse deine Aufmerksamkeit für einen Augenblick hier nieder. Erlaube dir, dich für diesen Moment voll und ganz dem Erleben deiner Atmung hinzugeben – für weitere 5-10 tiefe Atemzüge. Zähle dann in Gedanken langsam von 1 bis 5, öffne deine Augen, strecke deine Arme einmal nach oben und gehe weiter durch deinen Tag 

P.S. Wenn du noch mehr über das Thema Achtsamkeit erfahren möchtest, empfehle ich dir folgende Podcastfolge: 

#018: Warum Achtsamkeit mehr ist als Entspannungstraining  


Jetzt anhören auf Spotify
Jetzt anhören auf Apple Podcast

Hier geht's zur Blog-Übersicht